Tauchen und Schnorcheln auf den Seychellen
Das einzige Granit-Archipel der Welt. Warum das für Unterwasser-Fans zählt.
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Die meisten tropischen Inselgruppen der Welt sind Korallenatolle. Die Seychellen sind anders, sie sind aus Granit. Das macht die Unterwasserwelt einzigartig, denn die Granitblöcke setzen sich unter Wasser fort, bewachsen mit Weichkorallen und Schwämmen, in Sichtweite von Riffen voller Fische. Für Schnorchler und Taucher ist das eine seltene Kombination: die bunte Fülle eines Korallenriffs und die dramatische Struktur einer Felslandschaft, beides im selben, angenehm warmen Wasser. Dieser Ratgeber zeigt, wo Sie schnorcheln und tauchen können, was Sie unter Wasser sehen, wann die See am ruhigsten ist und worauf Sie bei Ausrüstung und Anbieter achten sollten.

Schnorcheln — die zugängliche Variante
Sie brauchen keine Ausrüstung und keine Lizenz. Eine Maske, einen Schnorchel, Flossen — und schon sehen Sie die Welt unter der Oberfläche. Die besten Schnorchel-Plätze auf den Seychellen sind Anse Source d'Argent (La Digue), Anse Lazio (Praslin), Baie Ternay (Mahé) und die Île Moyenne (vor Mahé).

Tauchen — die lizenzierte Variante
Mit einem Open-Water-Tauchschein (PADI, SSI oder gleichwertig) können Sie an organisierten Tauchgängen teilnehmen. Die meisten Tauchbasen sind auf Mahé und Praslin. Die Preise liegen zwischen 80 und 150 € pro Tauchgang mit Ausrüstung.

Die Inner Islands
Die inneren Inseln — Mahé, Praslin, La Digue — bieten gutes Tauchen für Anfänger und Fortgeschrittene. Sichtweiten zwischen 15 und 25 Metern. Granitformationen, Korallengärten, gelegentlich Schildkröten, Stachelrochen, Adlerrochen.
Die Outer Islands
Die äußeren Inseln — Aldabra, Assumption, Cosmoledo, die Amiranten — gehören zu den besten Tauchgebieten der Welt. Hai-Tauchen mit Walhaien (Oktober bis April), Mantas, Hammerhaien, großen Fischen aller Art. Diese Expeditionen sind selten und teuer (3 000 – 6 000 € für eine Woche).
Was Sie über das Wasser wissen sollten
Die Wassertemperatur liegt zwischen 24 und 29 Grad. Ein dünner Neoprenanzug von drei Millimetern oder ein Shorty reicht das ganze Jahr. Die Strömungen sind an den inneren Inseln meist moderat, an den äußeren teils stark. Die Sichtweiten sind von April bis Oktober besser als von Dezember bis März. Verwenden Sie ein riffverträgliches Sonnenschutzmittel, denn viele herkömmliche Cremes schaden den Korallen.
Die besten Schnorchelplätze im Detail
Vor Mahé ist der Sainte-Anne-Meerespark der Klassiker, ein geschütztes Gebiet mit ruhigem, flachem Wasser, ideal für Anfänger und Familien. Die Baie Ternay im Nordwesten ist ebenfalls geschützt und fischreich. Vor Praslin lohnt die Anse Lazio, vor La Digue die Ile Cocos, ein winziger Meerespark mit Granitfelsen und dichtem Fischleben. An vielen Stränden genügt es schon, von der Sandbank aus loszuschwimmen, um Papageienfische, Falterfische und gelegentlich eine Schildkröte zu sehen.
Was Sie unter Wasser sehen
Die Artenvielfalt ist groß. Bunte Rifffische, Muränen, Rochen und mit etwas Glück Schildkröten gehören zum Alltag. Von Oktober bis in den November ziehen vor Mahé Walhaie vorbei, die größten Fische der Welt, harmlos und beeindruckend. Über das Jahr verteilt begegnet man Adlerrochen und Stachelrochen. Die Granitformationen der inneren Inseln setzen sich unter Wasser fort und bilden Höhlen und Kanäle, die mit Weichkorallen und Schwämmen bewachsen sind, ein Anblick, den man auf reinen Korallenatollen nicht findet.

Für Anfänger: der erste Tauchgang
Wer noch nie getaucht ist, kann auf den Seychellen einen Schnuppertauchgang machen, einen begleiteten Tauchgang im flachen Wasser unter enger Betreuung, ohne Schein. Wer mehr will, absolviert einen Open-Water-Kurs, der einige Tage dauert und mit einem international anerkannten Brevet endet. Die Tauchbasen auf Mahé und Praslin bieten beides an. Sagen Sie ehrlich, wie viel Erfahrung Sie haben, dann wählt der Tauchlehrer den passenden Platz.
Meeresschutz: wie man sich verhält
Die Riffe sind empfindlich und geschützt. Fassen Sie keine Korallen an, auch nicht zum Abstützen, denn schon eine Berührung kann sie schädigen. Füttern Sie keine Fische. Halten Sie Abstand zu Schildkröten und Rochen, folgen Sie ihnen nicht und versperren Sie ihnen nicht den Weg. Nehmen Sie nichts aus dem Meer mit, keine Muscheln, keine Korallenstücke. Wer sich als Gast verhält, sorgt dafür, dass auch die nächsten Reisenden noch etwas zu sehen haben.
Schnorcheln lernen und die richtige Ausrüstung
Schnorcheln kann fast jeder, und die Seychellen sind ein guter Ort, es zu lernen. Wichtig ist eine gut sitzende Maske, die nicht drückt und kein Wasser zieht, ein Test im flachen Wasser zeigt das schnell. Flossen erleichtern das Schwimmen, sind aber kein Muss. Wer unsicher ist, beginnt in einer ruhigen, flachen Bucht wie im Sainte-Anne-Meerespark und bleibt in Ufernähe. Eine Schwimmweste oder ein Schnorchelgurt gibt Anfängern und Kindern Sicherheit. Atmen Sie ruhig durch das Rohr, bewegen Sie sich langsam, und schauen Sie einfach nach unten, die Welt kommt von selbst. Viele Hotels und Tauchbasen verleihen Ausrüstung, eine eigene, gut passende Maske ist aber die kleine Investition wert, die den Unterschied macht.
Tauchen für Fortgeschrittene
Wer Erfahrung mitbringt, findet vor den inneren Inseln spannende Plätze. Granitpinnacles wie die Shark Bank oder die Brissare Rocks vor Mahé ragen aus der Tiefe auf und ziehen große Fischschwärme, Rochen und gelegentlich Ammenhaie an. Vor Mahé liegt außerdem das Wrack der Ennerdale, eines gesunkenen Tankers, das heute ein künstliches Riff bildet und für erfahrene Taucher ein Höhepunkt ist. Diese Plätze haben teils stärkere Strömung, ein Grund mehr, mit einer ortskundigen Basis und einem guten Guide zu tauchen, der die Bedingungen des Tages einschätzt.
Wie Sie den richtigen Anbieter wählen
Achten Sie auf eine anerkannte Zertifizierung der Tauchschule, gepflegte Ausrüstung und kleine Gruppen. Eine gute Basis fragt vor dem Tauchgang nach Ihrer Erfahrung, Ihrem letzten Tauchgang und Ihrer Gesundheit, und sie sagt ehrlich ab, wenn die See zu rau ist. Es gibt etablierte Tauchbasen auf Mahé und auf Praslin, mehrere davon mit langjährigem Ruf. Wir helfen Ihnen, eine seriöse Basis in der Nähe Ihres Hotels zu finden, und stimmen die Termine auf Ihre Reise ab. Buchen Sie beliebte Ausfahrten wie Walhai-Touren in der Saison früh, sie sind schnell voll.
Was Leser oft fragen.
Brauche ich einen Tauchschein?
Für geführte Tauchgänge mit Tauchbasis: ja, ein Open Water oder höher. Für Schnorcheln: nein, gar nichts.
Wann ist die beste Zeit zum Tauchen?
April bis Oktober — ruhigere See, bessere Sicht. Dezember bis März hat mehr Strömung und Regen, dafür sind Walhaie da.
Ist das Tauchen auf den Seychellen teuer?
Ja, verglichen mit Ägypten oder Thailand. Ein einzelner Tauchgang kostet rund achtzig bis hundertfünfzig Euro. Ein Zehnerpaket an den inneren Inseln liegt bei etwa achthundert bis tausendzweihundert Euro. Expeditionen zu den äußeren Inseln kosten dreitausend Euro und mehr.
Kann ich als Anfänger ohne Schein tauchen?
Ja, mit einem begleiteten Schnuppertauchgang im flachen Wasser unter enger Betreuung. Für selbstständiges Tauchen brauchen Sie einen Open-Water-Schein, den Sie vor Ort in wenigen Tagen erwerben können.
Wo sehe ich Walhaie?
Vor allem im Oktober und November vor Mahé. Buchen Sie diese Touren früh, sie sind beliebt und schnell ausgebucht.
Brauche ich einen eigenen Neoprenanzug?
Nein. Die Basen verleihen Anzüge, und bei fünfundzwanzig bis dreißig Grad Wassertemperatur genügt ein dünner Anzug oder ein Shorty. Eine eigene, gut sitzende Maske ist die einzige Ausrüstung, die sich mitzunehmen wirklich lohnt.
Ist Schnorcheln auch ohne Boot möglich?
Ja, an vielen Stränden schwimmen Sie direkt vom Ufer los und sehen schon in Ufernähe Fische und manchmal eine Schildkröte. Für die schönsten Riffe und geschützten Plätze wie die Ile Cocos vor La Digue lohnt sich aber eine kurze Bootstour mit einem lokalen Anbieter.
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